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Anthroposophie

Die Anthroposophie (aus dem Griechischen: die Weisheit vom Menschen) ist eine weltweit vertretene spirituelle Weltanschauung mit europäischen Wurzeln. Rudolf Steiner, ein österreichischer Wissenschaftler und Philosoph, hat die von ihm entwickelte Lehre vielfach auch als anthroposophische Geisteswissenschaft bezeichnet. Anders als heute im akademisch-universitären Umfeld üblich, verwendete Steiner den Begriff, um auf die wissenschaftliche und auf Erfahrung gegründete Erforschung des Geistigen hinzuweisen. Demzufolge setzt die Anthroposophie beim exakten, naturwissenschaftlichen Denken an. Die auf das Materielle beschränkten exakten Forschungsmethoden werden um die Geisteswissenschaft erweitert. Rudolf Steiner wurde von seinen Mitmenschen zu zahlreichen Lebensbereichen um Rat gefragt, und so entstanden auf seine Initiative und seinen Impuls hin unter anderem die Waldorfschulen und Waldorfkindergärten, die anthroposophische Medizin, natürliche Körperpflegeprodukte und der biologisch-dynamische Landbau.

 

Warum bleibt der Mensch gesund? Die anthroposophische Medizin basiert auf der zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Rudolf Steiner entwickelten anthroposophischen Geisteswissenschaft. Sie erweitert die naturwissenschaftlich ausgerichtete Schulmedizin zu einer Humanmedizin, die den Menschen als Individuum betrachtet. Sie wird damit zu einer Individualmedizin. Durch die erweiterte Betrachtungsweise des Menschen erhalten Ärzte neue Einblicke in die Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit. Dieser Ansatz gewinnt in dem heute viel diskutierten Prinzip der Salutogenese neue Aktualität. Die Salutogenese kehrt den bisher geltenden pathogenetischen Ansatz um, indem sie fragt: „Warum bleibt der Mensch gesund?“ Während aus der Frage nach dem Krankmachenden die Versorgungsmedizin entstanden ist, fördert die Frage nach Gesundheit eine individuelle, eigenverantwortliche Medizin.

 

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